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Margarethe Bennewiz, geb. Wölfel

(27.02.1860-10.03.1943)


Margarethe Wölfel wurde am 27.02.1860 als ältestes von 11 Kindern in Berlin geboren. Ihr Vater, Johannes Moritz Wölfel, war Rechtsanwalt und später auch Abgeordneter im Preußischen Landtag und im Reichstag. Ihre Mutter Liddy Wölfel, geb. Neubert, kümmerte sich um die Erziehung der Kinder und organisierte das Hauswesen.

Margarethe besuchte ihrem Stand gemäß die Höhere Töchterschule in Merseburg und später ein Mädchenpensionat in der Schweiz. Ihr besonderes Interesse galt den Fremdsprachen, Englisch und Französisch sprach sie fließend. Eine Berufsausbildung war für Frauen Ende des 19. Jahrhunderts unüblich.

1880 heiratete Margarethe den Rechtsanwalt und Notar Hermann Bennewiz, aus dieser Ehe gingen drei Kinder, Hans-Bodo, Bernd und Liddy-Gabriele hervor.

Margarethe Bennewiz engagierte sich für gleiche Rechte und Chancen von Frauen in der Gesellschaft. Sie gehörte 1900 zu den Gründerinnen des Frauenbildungsvereins in Halle. Margarethe Bennewiz baute zunächst unter dessen Dach eine Rechtsschutzstelle für Frauen und ab 1904 den eigenständigen Rechtschutzverein für Frauen in Halle auf. Als dessen Vorsitzende initiierte sie die Gründung des Verbandes der deutschen Rechtsschutzstellen für Frauen. Der Forderung der Frauenbewegung nach gleichen Bildungschancen für Frauen und Öffnung der Universitäten auch für Frauen verlieh sie mit eigenem Beispiel Nachdruck. Ab 1900 ist Margarethe Bennewiz wiederholt als Gasthörerin in der Philosophischen Fakultät zu Sanskritstudien eingeschrieben.

Bis zu ihrem Tod am 10.03.1943 engagierte sie sich für Frauen.

Zitat: „... dass es sich bei unserer Arbeit in erster Linie und in der großen Hauptsache um eine soziale, nicht um eine juristische Tätigkeit handelt, war demjenigen, der es ernst mit der Sache nimmt, bisher schon zur Genüge klar ...Da das neue Recht den deutschen Frauen nicht gerecht geworden ist, ....dieses neue Recht nicht nur nicht im Einklang, sondern im Widerspruch mit den wirtschaftlichen, sozialen und geistig sittlichen Entwicklungen, und mit den Bedürfnissen der Zeit steht – so resultiert daraus für uns die Notwendigkeit weiter um und für die Rechte zu kämpfen, die wir noch nicht besitzen!“

(Margarethe Bennewiz, Aus dem Referat zur Begründung der Schaffung eines Verbandes der Rechtsschutzstellen, gehalten in Dresden am 19.01.1904)
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